Kunst und Kultur, Reisen
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Auf Erkundungstour durch Danzig

Das Hotel lag hinter dem Fluss Mottlau (Motlawa), der die Alte Vorstadt (Stare Prezedmiescie), die Rechtstadt (Glowne Miasto) und die Altstadt (Stare Miasto) von den Wohnvierteln trennt. Von da aus kann man die Hansestadt in ihrer vollen Pracht erkunden. Eine schwere Aufgabe, denn man weiß gar nicht, wo anzufangen ist. Deshalb könnte der erste Spaziergang durch Danzig ein einfaches Schlendern sein. Vorbei an farbenfrohen Giebeln, Türmen, goldenen Brunnen, romantischen Gassen, hanseatischen Märkten, Stadttoren und unverkennbar St. Marien, die weltweit größte Backsteinkirche. Was heute ganz unvorstellbar erscheint. Danzig war nach dem 2. Weltkrieg völlig zerstört. Viele Ausstellungen und Bilder, wie etwa im Rechtstädtischen Rathaus, erinnern an die grausame Zeit. Nach tragischer Zerstörung und Häusern, die bis auf die Grundmauern abgebrannt waren, präsentiert sich Danzig heute als Juwel der Ostsee.

Langgasse_KatjaGräfe

Auf einer hanseatischen Erkundungstour durch Danzig führt der erste Weg durch das Langgasser Tor (auch Goldenes Tor), so groß wie ein Triumphbogen. Kaum hat man das Tor verlassen eröffnet sich der atemberaubende Blick auf die Langgasse. Schon im 18. Jahrhundert schreibt Tarnowski: „Man reibt sich die Augen und sperrt den Mund sperrangelweit auf. Eine Straße, wie man sie, selbst wenn man viel durch die Welt gekommen ist, noch nicht gesehen hat. Sie ist nicht sehr lang, eng […] und mit Häusern bebaut, wie man sie nirgendwo anders sieht als hier.“ Damit man sich nicht in Danzig verliert, geben wir euch ein paar wichtige Sehenswürdigkeiten und Plätze, die man in Gdansk unbedingt erkundet haben muss.

  1. Langgasee – Die prächtige Straße ist von Patrizierhäusern umsäumt. Sie ist die älteste und berühmteste zugleich. Sie geht in den Langen Markt über. Hier stehen die wichtigsten Bauwerke des historischen Danzigs. Kunstvoll restauriert, als seien sie nie zerstört worden, befinden sich dort das Rechtstädtische Rathaus, der Artushof mit dem Neptunbrunnen und das Grüne Tor. Eintrittspreise sind immer sehr gering. Es lohnt sich ein Blick vom Rathausturm auf die Altstadt oder aber einfach den Klängen der Rathausuhr zur vollen Stunde lauschen. Wer es prächtig mag, der schaut sich den Roten Saal des Rechtstädtischen Rathauses an.
  1. Marienkirche – Unweit hinter dem Rathauses, erhebt sich die Marienkirche in ihrer majestätischen Gestalt. Wie für die Ewigkeit gebaut, ragt sie mit ihren 82 m hohen kantigen Hauptturm über die Stadt. In der Kirche finden bis zu 25 000 Menschen Platz. Sehr sehenswert ist das Sterngewölbe in den Seitenschiffen der Marienkirche.
  1. Frauengasse – Durch das Frauentor zur Marienkirche hin erstreckt sich die Frauengasse. Hier schwebt ein Hauch des alten Danzig. Wer in Prag das Goldene Gässchen bestaunt, war noch nicht in Danzig. Im Sommer ist die Gasse mit Bernstein umrahmt, dass es in der Sonne nur so funkelt. Hier sind die Kaufmannsläden noch von terrassenartig erhöhten Vorbauten gesäumt.
  1. Krantor – Prächtig und schön ist es nicht gerade, doch es ist das berühmteste und weltbekannte Wahrzeichen Danzigs. Das Krantor erinnert eher an eine Wehrburg, als an eine elegante Hebekonstruktion. Es ragt direkt an der Mottlaupromenade heraus und ist das beliebteste Fotomotiv für alle Besucher.
  1. Kohlemarkt – Wer überlegt, zu Silvester nach Danzig zu fahren, für den ist der Kohlemarkt die Adresse, die Nacht zum neuen Jahr zu verbringen. Hier versammeln sich alle Feiernden. Um 0.00 Uhr wird ein funkelndes Feuerwerk gezündet. Der bedeutende Warenumschlagplatz im Mittelalter ist heute der Platz für Märkte und Ausgangspunkt für einen Stadtbummel.
  1. Lenin-Werft – Etwas abseits der Altstadt, ein paar Minuten vom Bahnhof entfernt, erstreckt sich das Gelände der ehemalige Lenin-Werft. Im Jahr 1980 rückte sie ins Rampenlicht der Öffentlichkeit, als die Werftarbeiter die Gründung einer freien Gewerkschaft erstreikten. Siebzehn Jahr später ging die Werft pleite, die zuvor 20 000 Menschen beschäftigt hatte. Heute gibt es Pläne für Wohngebäude und Geschäftsviertel. Aber es etablierte sich auch eine junge Kunst- und Kulturszene, die Teile der alten Werfthallen als Ateliers, Ausstellungs- und Proberäume nutzen.

 

Ausflüge in die Umgebung

Ziele außerhalb der Stadt erreicht man am besten mit dem SKM, der polnischen Eisenbahn. Fahrkarten sind günstig zu kaufen (1-3 €) und die Züge fahren regelmäßig.

 

  1. Oliwa – Hier könnt ihr das „grüne Danzig“ erkunden. Oliwa bietet eine wunderschöne gotische Kathedrale mit wertvollen Kunstschätzen aus dem Barock. Weltberühmt wurde sie durch die Barockorgel. Highlight des Ausfluges ist das 20-minütige Orgelkonzert zur vollen Stunde. Die Kirche umsäumt der Oliwski-Park, der zum zum Schlendern und Erholen einlädt

 

  1. Sopot – Sopot ist Polens elegantestes Ostseebad und außerdem ZentrumMarienburg_Katja GRäfe des Nachtlebens. Das Wahrzeichen ist die elegante Mole und die 512 m lange hölzerne Seebrücke. Hier lohnt sich das Flanieren, egal zu welcher Jahreszeit.

 

  1. Marienburg – Wem etwas mehr Zeit in Danzig gegönnt ist, der begibt sich zur mittelalterlichen Burganlage. Die Marienburg gliedert sich in drei Komplexe: Vorschloss, Mittelschloss und Hochschloss mit Kreuzgang, Schlosskirche und Ausstellungen. Die Besichtigung zählt zum Höhepunkt einer Reise durch das nördliche Polen.

 

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