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Blutspende – Ein Erfahrungsbericht

„Geh doch mal Blutspenden, damit tust du was Gutes und Geld bekommst du auch noch dafür.“

Wie oft hörte ich diesen Satz von Freunden und Bekannten. Doch ich drückte mich lange davor, zumal mir allein vom Gedanken an Blut schon leicht schwindelig wird. Doch irgendwann kam Tag X.

Eine Freundin erzählte mir an diesem Tag, wie wichtig Blutspenden für das Krankenhaus und Notfälle sind und ich überwand meine Angst. Auf Anweisung meiner Freundin hatte ich extra gut Mittag gegessen und gefühlte fünf Liter Wasser in mich hinein geschüttet („Damit es nachher besser fließt.“) Dann war es soweit: ich schnappte mir meine Freundin zur Verstärkung und schon saß ich im Warteraum der Blutspende und füllte den Anmeldebogen aus. Dann wurde meine Nummer aufgerufen und ich ging zu einem freundlichen jungen Herrn ins Behandlungszimmer.

Hier erfolgte der eigentlich schrecklichste Teil des Blutabnehmens: Der Piekser in den Finger. Und weil es ja so schön war, gleich nochmal in den nächsten Finger, da mein Hämoglobinwert (roter Blutfarbstoff) zu gering war. Beim zweiten Mal war der Wert stabil und ich hatte die erste Hürde genommen. Nach einer kurzen Wartezeit im Vorraum ging es dann weiter zu der ärztlichen Untersuchung.

Die Ärztin erkundete sich nach meinem Wohlbefinden und fragte, ob ich auch genug gegessen und getrunken hätte. Dies konnte ich natürlich mit gutem Gewissen bejahen. Danach schickte mich die Ärztin in den Spendesaal. Zweite Hürde genommen. Im Spendesaal wurde ich dann gleich von einer netten Schwester in Empfang genommen, welche mich freundlich zum Spendestuhl leitete. Sie verwickelte mich gleich in ein interessantes Gespräch über das Studentenleben in Greifswald, so dass ich den Einstich der dünnen Nadel in die Armbeuge gar nicht mitbekam.

Nachdem die Kanüle gelegt war und das Blut in einen Beutel floss, kam die Schwester und brachte mir wahlweise Eistee oder Wasser. Da ich echt nervös war, trank ich gleich nochmal vier Eistees aus einer praktischen Schnabeltasse. Doch leider hatte meine vorherige Flüssigkeitszufuhr nicht den gewünschten Effekt des „Schnellfließens“ und mir wurde sobald ein kleiner Gummiball in die Hand gegeben, welchen ich in regelmäßigen Abständen

mit der Hand zusammen drücken sollte. Wie gesagt, so getan. Die Schwester schien zufrieden und nach kurzer Zeit war der Beutel auch voll. Nachdem die Einstichstelle versorgt war, musste ich noch eine kurze Zeit sitzen bleiben, erst dann konnte ich aufstehen und den Spendesaal verlassen. Auf einem kleinen Zettel musste ich noch eintragen, ob mein Blut freigegeben werden soll oder ob ich aus gesundheitlichen Gründen doch nicht als Spender in Frage komme.

Danach war auch die letzte Hürde genommen und ich konnte sowohl meine Entlohnung von 20 Euro, als auch mein kleines Versorgungspaket, bestehend aus einem Brötchen, Aufstrich, einem Getränk und Schokolade entgegen nehmen.

Also, wer sich bis jetzt noch nicht getraut hat zu spenden, sollte dem Ganzen auf jedem Fall eine Chance geben. Das Personal kümmert sich hervorragend um die Spender/innen. Außerdem gibt es was für den leeren Geldbeutel der Studenten und nicht zuletzt ist es für einen guten Zweck, der jeden Tag Leben rettet.
Für mehr Infos:

http://www.medizin.uni-greifswald.de/transfus/blutspende

Text: Isabell Mogk
Foto: Isabell Mogk