Sport und Freizeit

Hansa-Interview mit Kevin Müller

Kevin Müller

Position: Torhüter

Im Verein seit: 1998

Kevin, du bist 2010 mit dem Anspruch zum Profiteam gestoßen, „in 1-2 Jahren die Nummer 1 zu werden“. In die Saison 2012/13 bist du in dein zweites Jahr als Nummer 1 gegangen: Ist dein Ziel damit erreicht?

Kevin Müller: Persönlich auf jeden Fall. Ich bin als Nummer 1 in die Saison gegangen, was mich sehr gefreut hat. Ich habe das Vertrauen des Trainerteams bekommen. Das gibt natürlich auch Sicherheit. Wichtiger ist aber, dass wir jetzt als Mannschaft unser Ziel erreichen. Wir wollen eine bessere Rück- als Hinrunde spielen.

Wie siehst du die derzeitige Situation des Teams, gerade in Bezug auf das eigentliche Saisonziel Wiederaufstieg?

Kevin: Es ist schon schade, dass wir nicht ganz oben mitspielen. Die Euphorie war gerade zu Saisonbeginn natürlich da. Das Ziel Wiederaufstieg war auch keinesfalls aus der Luft gegriffen. Dass wir gerade auch schlecht in das neue Jahr gestartet sind, ist natürlich bitter. Aber die Mannschaft ist jung. Natürlich sind wir deshalb manchmal noch schwankend in unseren Leistungen. Aber wir haben eben deswegen auch großes Potenzial für die Zukunft.

Spielt es dabei eine Rolle, dass der Verein immer wieder auf Jugendspieler und auch innerhalb des Trainerteams auf Personen setzt, die Stadt und Region kennen?

Kevin: Ich denke, die Mischung stimmt. Der FCH leistet auf jeden Fall sehr gute Jugendarbeit und ist eine Plattform für junge Spieler. Aber wir haben ja auch gestandene Profis dabei. Für mich persönlich ist es einfach schön, dass ich mich aus dem Nachwuchs bis in die Profimannschaft arbeiten konnte. Dass ich teilweise mit Jugendfreunden zusammenspiele, ist toll. Aber als Profi kommt es natürlich auch darauf an, dass man selbst dazu bereit ist, gute Arbeit zu leisten und sich zu entwickeln.

Und wie bringst du Profifußball, Familie und Fernstudium unter einen Hut?

Kevin: Ich bin einfach sehr diszipliniert – und an den Wochenenden meist „ausgebucht“. Aber für mich ist das nicht wirklich eine Frage des Zeitmanagements. Die Zeit ist einfach da. Ich muss sie mir nur nehmen. In meinem Fernstudium kann ich sie mir frei einteilen, beim Fußball, der meine Leidenschaft und mein Beruf ist, gibt es klare Zeiten und die Familie steht für mich ganz klar an erster Stelle. Wenn man das weiß, ist der Rest einfach.

 Hat man, wenn der eigene Onkel Martin Pieckenhagen heißt, überhaupt die Wahl, nicht Torhüter zu werden?

Kevin (lacht): Ich glaube schon, dass ich die Wahl gehabt hätte, nicht Torhüter zu werden. Aber da es sich nun einmal so ergeben hat, ist es schön, jemanden in der Familie zu haben, der diese Position bekleidet hat. Es sind einfach die Erfahrungswerte meines Onkels, die mir weiterhelfen.

Und wie ist das Verhältnis zwischen dir und den anderen Torhütern? Speziell zu Jörg Hahnel wird dir ja vor allem medial gerne eine Art Konkurrenzverhältnis nachgesagt.

Kevin: Die Konkurrenz ist schon da. Aber wir sind eben auch drei Leute, die auf dieser einen Position spielen. Das ist schon anders als bei Feldspielern, die auf mehreren Positionen spielen können. Das heißt aber nicht, dass wir nicht miteinander auskommen. Natürlich ist man als Torhüter auf die persönliche Leistung fixiert. Man möchte sich in jedem Training empfehlen und zeigen, dass man spielen möchte. Uns gegenseitig schaden wollen wir aber nicht.

Wie wichtig ist das öffentliche Engagement des Vereins, beispielsweise das „Hansa-Camp“ und die Auftritte an Schulen, in Rostock und Mecklenburg-Vorpommern für den FCH, auch in der derzeitigen sportlichen Situation?

Kevin: Öffentlich präsent sein ist immer wichtig. Natürlich ist es einfacher, wenn es sportlich läuft. Aber auch wenn es sportlich eben nicht so klappt, muss man da sein und auf die Leute zugehen. Gerade jetzt müssen wir doch versuchen, die Stadt für uns zu begeistern und uns persönlich zeigen und klar machen, dass wir sympathisch und natürlich sind.

Das Motto der Rückrunde – „Aufholjagd 2013“ – passt zu einem positiven Engagement ja sehr gut. Was aber ist, realistisch betrachtet, für den FCH in dieser Saison noch drin?

Kevin: Wir wollen am Ende schon gern im oberen Drittel stehen, aber eine Prognose ist schwierig. Ich finde das auch nicht gut. Es sollte uns einfach darum gehen, dass wir es schaffen, so viele Punkte wie möglich zu holen und an jedem Spieltag zu zeigen, dass wir diese Punkte holen wollen. Wir müssen gierig sein. Der Rest ist Mathematik.

Und wohin führt dein Weg am Ende der Saison 2012/13?

Kevin: Ich habe, ehrlich gesagt, gerade überhaupt keine Zeit, mir darüber Gedanken zu machen. Ich möchte das auch nicht. Viel lieber möchte ich alle Energie, die ich habe, dazu nutzen, der Mannschaft zu helfen und mit dem FCH ein sportlich positives letztes Saisondrittel zu schaffen. Um alles andere kümmere ich mich erst dann.

 

Der PocketGuide wünscht dir und dem FCH für dieses Ziel alles Gute.

 

Text: Mary Zapel

Foto: FC Hansa Rostock