Digitales

Liebe auf Distanz

Moderne Kommunikation auf dem Prüfstand!

„Eine Postkutsche nähert sich. Auf diesen Moment hatte sich die Tochter des Hauses schon lange gesehnt. Endlich erhielt sie Nachricht ihres weit verreisten Verlobten.“

Die Zeiten haben sich glücklicherweise geändert und die Möglichkeiten eine Fernbeziehung aufrecht zu erhalten, sind längst nicht mehr so zeitintensiv und nervenaufreibend wie noch vor 100 Jahren. Skype, Facebook, Whatsapp und Co ersetzen Postkutschen und Brieftauben und erlauben eine schnelle und persönliche Kommunikation. Doch auch hier lauern Stolpersteine, die möglichst vermieden werden sollte. Wir haben ein paar davon für euch aufgedeckt:

Facebook ist eine tolle Erfindung – allen viel diskutierten Nachteilen zum Trotz, bietet die Plattform viele Möglichkeiten, um Kontakt aufrecht zu erhalten. Was man als Pärchen tunlichst vermeiden sollte, ist die Beziehung auf den jeweiligen Pinnwänden fortzuführen. Liebesbekundungen und unendliche Küsschen-Smileys sollten privat und persönlich bleiben. Auch sind Pärchenprofilbilder ein echtes No-Go.

Skypen dagegen ist privat. In Videoanrufen ist man sich besonders nah und es erscheint als wäre der Partner tatsächlich da. Doch sollte man auch hier vorsichtig mit der Übernutzung sein. Was nützt es den Partner an häuslichen Aktivitäten, wie Hausputz teilhaben zu lassen? Oder: „Ich gehe mal kurz in den anderen Raum, bin gleich zurück.“

Auch Whatsapp oder ähnliches kann zur Alltags-Falle werden. Die Gefahr jede Tätigkeit mitzuteilen ist groß: „Esse jetzt, gucke fernsehen, bringe den Müll raus, gucke die Wand an…“. Die Mitteilungen werden Sinn-entleert und die Beziehung, trotz Ferne, zur Routine.

Also warum nicht doch mal wieder zu den alten Methoden greifen und einen mit Parfüm eingesprühten Brief in Schönschrift und mit ein paar ausgesuchten Bildern dem Allerliebsten schicken? Oder ein Päckchen mit ausgesuchten persönlichen Gegenstände zur Post bringen? Die Botschaft ist besonders und die Inhalte ausgesuchter. Also ran, an Füller und Briefpapier…

Text: Isabell Mogk

Foto: timwintzentsen (jugendfotos.de)